FCG-Abend mit 100 Gästen und viel FC St. Pauli

FCG-Abend mit 100 Gästen und viel FC St. Pauli
November 10, 2017 Helmut Delker

Der FC St. Pauli gehört zu den beliebtesten Klubs in Deutschland – auch als Zweitliga-Verein. Beim Sponsorenabend des FC Gütersloh erklärte Geschäftsführer Andreas Rettig, wie sich der Kultklub vom Kiez diesen einmaligen Status erarbeitet hat. Rund 100 Sponsoren und Freunde des FCG erlebten im Autohaus Mense einen unterhaltsamen und informativen Abend. Bestens informiert entlockte WDR-Moderator Oliver Köhler seinen Gesprächspartnern viele interessante Statements.

Der Abend mit Andreas Rettig war ein Dankeschön an die Sponsoren, die die Rettung des FC Gütersloh in den letzten Monaten erst möglich gemacht haben. „Sie sind das Rückgrat des FCG und mit ihrer Hilfe ist es gelungen den Verein wieder auferstehen zu lassen“, sagte Vorstand Heiner Kollmeyer in seiner Begrüßung. Dass der FCG sich momentan sportlich in einer schwierigen Situation befindet, ist noch eine Nachwirkung der „Insolvenzphase“. So blieb nur wenig Zeit im Sommer eine Mannschaft zusammenzustellen. Kollmeyer dankte den beiden Trainern Fatmir Vata und Marc Hunt und kündigte an: „Wir müssen uns verstärken und werden uns auch verstärken.“

„Für ein Bier und eine Frikadelle komme ich zum FC Gütersloh“, hatte Andreas Rettig versprochen. Und das Bier und die Frikadelle bekam er auch. Auf Initiative von Hermann Korfmacher kam der Geschäftsführer des FC St.Pauli zum Sponsorenabend. Rettig kennt sich in Gütersloh bestens aus: Ein Teil seiner Familie lebt in Spexard. Als der FCG 1998 um den Bundesliga-Aufstieg spielte, arbeitete Rettig für den Aufstiegsrivalen SC Freiburg. „Wir sind damals aufgestiegen, konnten uns in der Bundesliga etablieren und sogar Europacup spielen, während der FC Gütersloh eine ganz andere Entwicklung genommen hat. So ist das manchmal im Fußball“, erinnerte sich Rettig. Er knüpfte an Kollmeyers Begrüßung an, lobte den Teamgeist im heutigen Vorstand und die Bekenntnisse zur wirtschaftlichen Vernunft und zum Nachwuchsfußball. Das sei genau der richtige Weg, so Rettig.

Interessante Einblicke gab es über den FC St. Pauli. Andreas Rettig sieht einige Parallelen zwischen dem Kultklub vom Kiez und dem FCG: „Der FC St. Pauli hat auch schon einige schwere Zeiten hinter sich, war pleite und ist gerettet worden.“ In einem Vortrag erklärte Rettig, wie sich der FC. St. Pauli vom kleinen Stadtteilklub zum Kultverein mit Totenkopf und einem einzigartigen Image wandelte. Bei einer Image-Umfrage landete St. Pauli sogar auf dem vierten Platz, weil der Klub eben komplett anders ist. Mit einem rebellischen und weltoffenen Image, einer großen Portion Selbstironie („Weltpokalsiegerbesieger“) und einem glaubwürdigen sozialen Engagement kommt der Verein sehr sympathisch rüber. „Dieses Image wurde aber nicht von Marketingstrategen entwickelt, sondern ist aus dem Inneren des Klubs entstanden“, beschrieb Rettig das Erfolgsrezept.

In einem weiteren Programmpunkt ging es um das neue Projekt Sport total. Ben Lesegeld erläuterte, wie die neue Live-Kamera im Internet funktioniert und welche faszinierenden Möglichkeiten der Zuschauer hat. So können die Zuschauer die Kameras schwenken, den Ausschnitt wählen, Szenen mitschneiden und diese auch ins Internet stellen. Der FC Gütersloh ist einer der ersten Vereine der Oberliga Westfalen, der mit dieser Technik ausgerüstet ist. Für die Bandenwerbung im Stadion ergibt sich dadurch eine deutlich höhere Reichweite – zumal sogar Bild.de die Bilder für die eigene Internetseite verwendet.

Zum Abschluss sprach Oliver Köhler mit Trainer Fatmir Vata und Co-Trainer Marc Hunt. Vata ist zuversichtlich, dass sich die Mannschaft in den nächsten Wochen steigern wird. Es war klar, dass es nach der kurzfristigen Rettung eine schwere Saison werden wird. Marc Hunt: „Wichtig ist aber, dass der Verein noch da ist.“

Bildergalerien mit 150 Fotos zum FCG-Sponsorenabend

Fotos: Frank Tiedemann