Foto: Ralf Grabenstroer

Faninitiative I
Montag, 09.03.2026 13:42 Uhr | Frank Neuhaus

Zehn Jahre „3. ManSchafft“ – Ehrenamt, das den FCG bewegt

Am 9. März 2016 wurde beim FC Gütersloh eine besondere Initiative ins Leben gerufen: die 3. ManSchafft. Der Name ist bewusst mit zwei „F“ geschrieben – denn er steht für „Man schafft etwas“ . Und genau das tut der Großteil der aktuell insgesamt 20 Helferinnen und Helfer seit nunmehr zehn Jahren mit beeindruckender Kontinuität.

Die 3. ManSchafft hat sich von Beginn an ein klares Ziel gesetzt: den Verein ehrenamtlich zu unterstützen und die Vereinsstrukturen zu stärken . Mit viel Engagement, Kreativität und Herzblut helfen ihre Mitglieder in ganz unterschiedlichen Bereichen – oft im Hintergrund, aber immer mit großer Wirkung. Ging es anfangs existentiell um den Fortbestand des Vereins, wurden die Ziele, Aufgaben und Herausforderungen mit den sportlichen Erfolgen im Laufe der Jahre immer größer.

Ein fester Bestandteil ihrer Arbeit ist die Unterstützung rund um den Spieltag. So sorgen Mitglieder der 3. ManSchafft beispielsweise dafür, dass Spieltagsplakate in der Stadt aufgehängt werden, damit möglichst viele Fans auf die Heimspiele aufmerksam werden. Sie verkauften Heißgetränke und Waffeln an einer Hütte im Stadion, erst an der Stelle des heutigen VIP-Bereichs und später in der Glückskurve. Momentan ruht die sogenannte „Oase“ auf Betreiben des Brandschutzbeauftragten der Stadt Gütersloh, bis sich hoffentlich ein neuer Standort ergibt. Die ehrenamtliche Helfergruppe hat maßgeblich den Online-Ticketshop implementiert und kümmert sich mit um dessen Betrieb.

Bei Sponsorenveranstaltungen kümmern sie sich um die passende Dekoration und tragen so dazu bei, dass der Verein auch außerhalb des Platzes professionell auftritt.

Darüber hinaus ist die Gruppe regelmäßig im Stadtleben präsent. Ob beim Bürgertag, auf dem Weihnachtsmarkt, bei der Vesperkirche oder beim im letzten Advent erstmals ausgerichteten „Stadionsingen“. Man kooperierte und kooperiert unter anderem mit dem Stadtmuseum, der Gütersloh Marketing , dem Bürgerverein Sundern oder dem Vintage Trikot Shop – die 3. ManSchafft versteht sich als Bindeglied zwischen Verein und Stadtgesellschaft. Besonders wichtig ist den Mitgliedern auch das soziale Engagement: So unterstützt man unter anderem die Gütersloher Tafel, indem man Spenden-Dauerkarten ins Leben rief sowie organisierte oder stellte Trikots und Fanartikel für soziale Zwecke zur Verfügung.

Am sichtbarsten wird das Engagement jedoch im Ohlendorf Stadion im Heidewald , dem traditionsreichen Zuhause des FC Gütersloh. Das wunderschön in einem kleinen Wald gelegene Stadion verlangt durch seinen umfangreichen Grünbestand viel Pflege. Hier packt die 3. ManSchafft tatkräftig mit an: Laub wird im Herbst entfernt, Unkraut im Sommer beseitigt und zahlreiche kleinere Arbeiten erledigt , die ein Platzwart alleine kaum bewältigen könnte.

Ein weiteres Aushängeschild ist der Fanshop im Stadion , der von der 3. ManSchafft aufgebaut, ausgebaut und betrieben wird. Mittlerweile an seinem dritten, schönsten und größten Standort unterhalb der Sitztribüne angekommen. Im Regionalliga-Vergleich vermutlich mit dem umfangreichsten Sortiment an Fanartikeln. Die Fans wissen die hochwertigen Produkte zu fairen Preisen zu schätzen. Ein kleines, aber symbolträchtiges Beispiel: Der Kaffee kostet heute – genau wie 2016 – weiterhin nur einen Euro. Lediglich bei den Bechern hat sich etwas verändert: Hier ist man mittlerweile auf nachhaltige Mehrwegbecher umgestiegen. Zu den Highlights eines jeden Jahres zählt die Weihnachts- Sonderöffnung, immer am dritten Donnerstababend im Dezember. Diese erfreut sich​ regelmäßig dreistelliger Besucherzahlen, die bei Bratwurst, Bier und Glühwein am Lagerfeuer das Fußballjahr Revue passieren lassen und sich mit Weihnachtsgeschenken aus dem Fanshop eindecken.

Auch an anderen Stellen hat die 3. ManSchafft wichtige Impulse gesetzt. So unterstützt sie beispielsweise die Futsal-Abteilung und bewirtet deren Gäste bei den Heimspielen. Man holte seinerzeit die Ballkinder ins Stadion – eine Tradition, die inzwischen von der Jugendabteilung des Vereins fortgeführt wird.

Neben dem ideellen Wert hat das Engagement auch eine spürbare wirtschaftliche Dimension. Über die Jahre hinweg dürfte alleine über den Fanshop ein mittlerer sechsstelliger Eurobetrag umgesetzt worden sein. Dazu kamen noch regelmäßig Erlöse aus Bewirtungen bei Testspielen sowie beim traditionellen Abi-Spiel zwischen dem Städtischen und dem Evangelisch-Stiftischen Gymnasium.

Doch noch bedeutender als die Einnahmen ist der Wert der vielen tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die in den vergangenen zehn Jahren geleistet wurden und werden. Arbeit, die sonst häufig extern vergeben und bezahlt werden müsste – und die dem Verein so erhebliche Kosten erspart.

Die 3. ManSchafft zeigt eindrucksvoll, was ehrenamtliches Engagement im Sportverein bewirken kann: Menschen, die ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Energie investieren, damit ihr Herzensverein lebt und wächst.

Nach zehn Jahren lässt sich daher mit großer Überzeugung sagen: Die 3. ManSchafft hat ihren Namen mehr als verdient – denn gemeinsam hat man hier wirklich viel geschaffen.

Foto: Ralf Grabenstroer